Warum sollen wir uns erinnern?
Ein alljährlich wichtiger Termin in unserer Berufsschule ist die Gedenk- und Befreiungsfeier in Attnang. Wir sehen es als besonders wertvollen Termin in unserem Schultag, aber auch als Herausforderung. Wir haben diesmal ein Projekt zwischen den Fächern Deutsch/Kommunikation und Religion initiiert und zum diesjährigen thematischen Schwerpunkt des Mauthausen Komitees: „Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus“ gearbeitet. Wichtig wurde uns darin gerade die Geschichte von Oberösterreich, im Besonderen von August Eigruber.
August Eigruber wurde in Steyr geboren, er entschied sich schon früh für den Jugendbund der NSDAP, er wurde später nach dem Anschluss Gauleiter von „Oberdonau“ und war ein persönlicher Freund von Adolf Hitler. Er war maßgeblich für die Verbrechen von Mauthausen und Schloss Hartheim verantwortlich. Wesentlich erschien uns Lehrerinnen die Frage an die Schülerinnen und Schüler, warum soll man sich erinnern an jemanden wie August Eigruber?
Die Reaktionen der Lehrlinge waren tiefgreifend: „Es erschüttert mich, wie nah alles war und dass es erst 80 Jahre her ist. Genauso ist August Eigruber ein Beispiel für einen Menschen, der sich schon in jungen Jahren radikalisiert hatte und immer hartnäckig bei seinen bösen Überzeugungen blieb.“
Die sehr intensiven Stunden machten deutlich, dass die Geschichte des Nationalsozialismus auf großes Interesse stößt. Durch dieses Projekt entstand die Überzeugung, dass so etwas in Oberösterreich nie wieder passieren darf!
